Der Haupteingang der Universitätsmedizin Mainz. Bildquelle: Universitätsmedizin Mainz / Markus Schmidt

Warum Joint Ventures im Gesundheitswesen überzeugen

Krankenhäuser stehen unter zunehmendem Druck, Qualität, Wirtschaftlichkeit und Betriebssicherheit gleichzeitig sicherzustellen. Joint Ventures können dabei eine Alternative zu klassischen Dienstleistungsverträgen sein. Ein Jahr nach dem Start der Servicegesellschaft S.UM mit der Universitätsmedizin Mainz zeigt sich, welche Chancen und Herausforderungen mit diesem Modell verbunden sind und wie Krankenhäuser infrastrukturelle Dienstleistungen langfristig, wirtschaftlich und eng am Klinikbetrieb ausrichten können. 

Im Gesundheitswesen sind die Ansprüche an Hygiene, Qualität und Betriebssicherheit hoch. Gleichzeitig sind Krankenhäuser hochkomplexe Organisationen, in denen viele Akteure, Nutzungen und Interessen aufeinandertreffen. Vor diesem Hintergrund gewinnen Kooperationsmodelle an Bedeutung, die über klassische Auftraggeber-Dienstleister-Beziehungen hinausgehen.

Ein solches Modell ist die Servicegesellschaft S.UM, die Sodexo gemeinsam mit der Universitätsmedizin Mainz vor einem Jahr gegründet hat. „Die Entscheidung für ein Joint Venture wurde aus strukturellen und wirtschaftlichen Gründen getroffen“, erklärt Sven Müller-Winter, Leiter Beteiligung Joint Ventures bei Sodexo Deutschland und Co-Geschäftsführer der S.UM. Das Modell ermögliche es, Facility-Management-Leistungen im Gesundheitswesen enger mit den Bedürfnissen des Krankenhauses zu verzahnen und langfristig auszurichten.

Die Besonderheiten eines Joint Ventures im Krankenhausbetrieb

Im operativen Alltag unterscheidet sich ein Joint Venture zunächst kaum von einem klassischen Dienstleistungsvertrag. Prozesse, Personalstrukturen und Qualitätsmanagement werden ähnlich aufgebaut. Der wesentliche Unterschied liegt in der Organisation und Steuerung.
 

An die Stelle einer Regional- oder Gebietsleitung tritt die operative (technische) Betriebsleitung, der eine Geschäftsführung der Servicegesellschaft bestehend aus Vertretern beider Gesellschafter zur strategischen Steuerung und Controlling übergeordnet ist – ähnlich der Geschäftsleitung in einem mittelständigen Unternehmen.

Sven Müller-WinterLeiter Beteiligung Joint Ventures bei Sodexo Deutschland und Co-Geschäftsführer der S.UM

Diese Struktur schafft klare Verantwortlichkeiten und kurze Entscheidungswege.

Der Start von S.UM erfolgte im Rekordtempo. Beträgt der Vorlauf für Projekte dieser Größenordnung üblicherweise sechs Monate, standen für S.UM neuneinhalb Wochen zur Verfügung. Dennoch:

Der operative Start war dank der langjährigen Erfahrung unserer Gebietsleitung auch trotz kurzer Vorlaufzeit stabil.

Sven Müller-WinterLeiter Beteiligung Joint Ventures bei Sodexo Deutschland und Co-Geschäftsführer der S.UM

Ein Joint Venture funktioniert nur auf Basis von Transparenz, Vertrauen und echter Partnerschaft auf Augenhöhe. Auf Auftraggeberseite sind eine saubere, realistische und praktikable Leistungsbeschreibung entscheidend. Der Auftragnehmer braucht Erfahrung in der Mobilisierung großer Projekte, professionelles Projektmanagement sowie starke Recruiting- und Personalentwicklungsstrukturen.

Sven Müller-WinterLeiter Beteiligung Joint Ventures bei Sodexo Deutschland und Co-Geschäftsführer der S.UM

Hinzu komme ein konsequentes Change Management, um Mitarbeitenden und Nutzenden zu vermitteln, dass die Servicegesellschaft ein neuer Teil der Organisation ist – oder, wie Müller-Winter es zusammenfasst: 

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